Tomaten selber pflanzen: Mit ein paar Tricks zur eigenen Ernte!

Tomaten pflanzen kann jeder. Die sonnen- und wärmebedürftige Pflanze bietet sich schließlich nicht nur für die großflächige Bepflanzung an, sondern auch für Gewächshäuser oder gar Kübel auf dem Balkon. Wie Sie ganz leicht eigene Tomaten in Ihrem Heim pflanzen können, zeigen wir Ihnen in unserem Einmaleins des Tomatenpflanzens! Wir verraten Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen, welche Möglichkeiten des Anpflanzens es gibt und wie Ihre Tomaten besonders aromatisch werden.

Liebesäpfel in deutschen Gärten: Das besondere Gewächs

Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen und stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Bei uns in Deutschland gehören sie sicher zu den beliebtesten Gartenpflanzen und werden von Hobbygärtnern wie auch von Gartenexperten gerne angepflanzt. Dabei scheint das Pflanzen von Tomaten auf den ersten Blick kinderleicht zu sein. Aber Vorsicht: Die Gewächse können sehr empfindlich auf äußere Einflüsse wie Kälte und Nässe reagieren. Die auch als Liebesäpfel bezeichneten beliebten Pflanzen wollen durchaus gehegt und gepflegt werden.

Tomaten wachsen einjährig und können je nach Sorte etwa 20 bis 250 cm hoch werden. Besonders verlockend ist das würzige Aroma der Tomatenpflanze. Und ihre Früchte? Von rot, orange und gelb bis zu grün oder sogar schwarz ist alles dabei. Ihre Sortenvielfalt macht aus der Tomatenpflanze etwas ganz besonderes. Grob unterscheiden kann man Tomaten anhand ihrer Wuchsformen: Stabtomaten zum Beispiel tragen lange Haupttriebe, wohingegen Buschtomaten ihrem Namen entsprechend buschig und niedrig wachsen. Weltweit gibt es über 3.000 Tomatensorten. Am bekanntesten und beliebtesten dürften in Deutschland folgende sein:

  • Fleischtomaten: groß, aromatisch süß-sauer, perfekt fürs Kochen

  • Rispentomaten: mittelgroß, aromatisch-süß, passt zu Mozzarella und in Salate

  • Romatomaten: länglich, kräftig-würzig, für Suppen und Saucen

  • Cocktail-/Kirsch-/Minirispentomaten: klein, intensiv-süß, zum Snacken

 

Mit Sonne, Wärme und Licht: Zur richtigen Zeit ...

Wie zuvor erwähnt lieben Tomaten die Wärme. Ab etwa 15°C fühlen sie sich auch im Freien wohl. Wenn Sie Ihre Tomaten pflanzen wollen, gilt es Frost unter allen Umständen zu vermeiden. Nutzen Sie geschlossene Gewächshäuser mit guter Isolierung, können Sie mit dem Pflanzen schon ab Mitte Mai starten. Wählen Sie den Zeitpunkt allerdings zu früh, werden es Ihnen Ihre Tomaten nicht verzeihen.

Vor dem eigentlichen Auspflanzen ins Freie können Sie Ihre Tomaten ab Ende März bereits „vorkultivieren“. Geben Sie hierfür die Tomatensamen mit Erde in Einzeltöpfe oder Salatschalen und sorgen Sie für ausreichend Helligkeit und Feuchtigkeit, sowie eine Temperatur von 18-20°C. Stellen Sie Ihre Tomatenkulturen auf eine Fensterbank oder in ein kleines Gewächshaus. Nun beginnen die Samen zu keimen und schon nach circa drei Wochen entwickeln sich erste Blätterpaare. Zeit für Schritt zwei: dem Pikieren. Die Tomatensetzlinge müssen nun vereinzelt werden, am besten jeweils in etwa zehn cm große Töpfe oder Kübel. Ab jetzt müssen Sie besonders auf regelmäßiges Gießen Ihrer Tomaten achten. Kurz vor dem Auspflanzen müssen Sie eine deutliche Trockenphase einlegen – für die Tomatenpflanze ist dies das Signal, beim Wurzelwachstum nochmal richtig Fahrt aufzunehmen. Hat die Tomate eine Höhe von 30-40 cm erreicht, ist der Moment für die letzte Phase endlich gekommen: die Zeit des Auspflanzens ins Freie.

Warten Sie hierfür auf jeden Fall bis nach den Eisheiligen um eventuellen Restfrost zu vermeiden. Sollte es dennoch zu nächtlichen Frostphasen kommen, decken Sie Ihre Pflanzen über Nacht mit einer speziellen Folienhaube ab. Achtung: Um einer möglichen Pilzinfektion vorzubeugen, dürfen sich Blätter und Folie nicht berühren.

Darauf müssen Sie beim Auspflanzen achten:

  • Die Außentemperaturen müssen mindestens 15°C betragen.

  • Die aufgezogene Tomatenpflanze muss etwa 30-40 cm hoch sein.

  • Ihre freien Tomaten müssen bei Restfrost mit Folienhauben geschützt werden.

  • Blätter und Folie dürfen sich nicht berühren.

 

… am richtigen Ort: Nährstoffe soweit die Wurzeln reichen

Als Starkzehrer brauchen Tomaten sehr viele Nährstoffe. Umso wichtig ist daher der Boden, in den Sie Ihre Tomaten pflanzen wollen. Mit etwas Kompost sorgen Sie für die optimale Grundversorgung Ihrer Tomatenpflanzen: Eine lockere, humusreiche Erde bietet reichlich Nährstoffe und unterstützt Ihre Gewächse beim Gedeihen zu leckerem Fruchtgemüse. Setzen Sie Ihre Tomaten in so tiefe Erdlöcher, dass mindestens die Hälfte der Pflanze in der Erde sitzt. Neben genügend Sonne und Wärme lieben es Tomaten zusätzlich windgeschützt. Schwere, nasse Böden hingegen vertragen sich mit den Gewächsen überhaupt nicht. Gießen Sie Ihre Tomaten am besten direkt im Wurzelbereich mit einer Gießkanne oder Brause. Im Freien gepflanzte Tomaten sollten jährlich in neue Beete umgepflanzt werden, um etwaigen Bodenschädlingen vorzubeugen. Aber wie vertragen sich Tomaten eigentlich mit anderen Gemüsen und Pflanzen? Kartoffeln und Tomaten etwa sind keine guten Nachbarn, da Kartoffeln die zerstörerische Braunfäule übertragen können. Bei Kohl, Möhren oder Radieschen sieht es hingegen ganz anders aus: Diese profitieren vom Geruch der Tomaten, da dieser uneingeladene Schädlinge vertreiben kann.

 

Nicht nur im Freien lassen sich Tomaten wunderbar pflanzen, auch ein Gewächshaus oder ein Kübel bzw. Töpfe auf Balkonien bieten sich hervorragend dafür an. Für den eigenen Balkon bieten sich kleinwüchsige Sorten besonders an. Wichtig ist hierbei, dass Ihre Kübel mindestens zehn Liter fassen können und dass Sie den Tomaten nach dem Pflanzen einen gewissen Wachstumshalt durch Schnüre oder Stäbe ermöglichen. Im Fachhandel können Sie inzwischen sogar spezielle Tomatenhäuser mit einer offenen Seite für ausreichend Belüftung ergattern – besonders praktisch an heißen Sommertagen!

Was Tomaten brauchen:

  • regelmäßige Bewässerung und Belüftung

  • ausreichend Nährstoffzufuhr

  • kleine Rankhilfen wie Stäbe oder Schnüre

  • Sonne, Wärme und Geduld

 

Nach dem Pflanzen ist vor dem Pflanzen: Tomatenpflege Schritt für Schritt

Ob spezieller Tomatendünger, Eigenkompost, Brennnesseljauche oder Fertigprodukte, behandeln Sie den Boden schon vor dem Pflanzen Ihrer Tomaten vor um eine gute Basis zu schaffen. Hauptsache dabei ist, dass der Nährboden auch mit Hilfsmitteln noch locker und durchlässig bleibt. So beugen Sie einem Verfaulen und Absterben der gepflanzten Tomaten vor. Besonders Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium braucht Ihr Gewächs um prächtig zu gedeihen. Und natürlich ausreichend Platz! Achten Sie beim Auspflanzen auf Abstände von etwa einem halben Meter. Ihre einzelnen Tomaten brauchen nach dem Pflanzen genug Erde um ein kräftiges, gesundes Wurzelwerk ausbilden zu können. Tomatensorten, die vor allem in die Höhe wachsen, freuen sich über kleine Rankhilfen wie beispielsweise pflegeleichte Spiralstäbe aus Edelstahl oder Aluminium.

Und auch in der weiteren Pflege müssen Sie am Ball bleiben: Prüfen Sie Ihre Tomaten nach dem Pflanzen regelmäßig auf überflüssige Triebe, die der Hauptpflanze Wasser und Nährstoffe entziehen könnten, und entfernen Sie diese. Der Fachmann spricht dabei vom Ausgeizen. Wenn Ihre Gewächse die ersten Früchte tragen, entfernen Sie auch alle Blätter, die unterhalb der ersten Tomaten wachsen. Dadurch gewährleisten Sie, dass selbst die untersten Früchte genug Licht bekommen. So schaffen Sie die Basis für besonders leckere und aromatische Tomaten!

Endlich Erntezeit: Der Duft reifer Tomaten

Im Mai trägt die Tomatenpflanze ihre kleinen, gelben Blüten. Das Besondere an ihnen: sie bestäuben sich selbst. Und nur zwei Monate später ist es dann schließlich soweit: Die anfänglich grünen Beerenfrüchte verfärben sich je nach Sorte rot, orange, gelb usw. Haben sie ihre volle Reife erreicht, können Tomaten geerntet werden. Neben den Vitaminen B und C bringen die ausgereiften Tomaten noch weitere wertvolle Mineralstoffe mit.

Reifegrad der Tomaten nach dem Pflanzen:

  • im Freien: ab Ende Juli

  • im Gewächshaus: ab Ende Juni

 

Auf einen Blick: Tomaten pflanzen sich fast von alleine

Ob im eigenen Garten oder auf Balkonien, Tomatenpflanzen lassen sich mit ein paar Tricks und Kniffen auch von Hobbygärtnern ganz leicht heranziehen. Probieren Sie es selber aus und genießen Sie frische, aromatische Tomaten. Hier noch einmal die Grundschritte um eigene Tomaten zu pflanzen:

  1. vorkultivieren

  2. pikieren

  3. auspflanzen

  4. ausgeizen

  5. ernten

 

Kein Platz im Garten für den Tomatenanbau? Hecht Garten bietet Ihnen auch Gewächshäuser, die perfekt für den Balkon geeignet sind.

 

 

 

 

Bildquellennachweise

Daniel Ernst/ stock.adobe.com
ams/ stock.adobe.com
coco/ stock.adobe.com

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.